Wie wir wirken – in Zahlen
Das Wirtschaftsjahr 2025 war von stabilen Rahmenbedingungen geprägt. Daher kann die Caritas auch für 2025 ein leicht positives Ergebnis vorweisen und ist gut für kommende Herausforderungen gerüstet. Beinahe alle Dienstleistungsbereiche der Caritas konnten im vergangenen Jahr ausgeglichen budgetieren. Besonders erfreulich ist, dass auch der stationäre Pflegebereich nach mehreren herausfordernden Jahren wieder einen positiven Ergebnisbeitrag leisten konnte.
Aufarbeitung von Hochwasserschäden
Nach dem verheerenden Hochwasser im September 2024 war auch die Caritas selbst mit der Schadensaufarbeitung gefordert. Von den 27 betroffenen Einrichtungen, davon drei schwer beschädigt, konnten alle Schäden weitgehend beseitigt werden. Lediglich das Wohnhaus für Menschen mit Behinderung in Lilienfeld bedarf aufgrund des umfangreichen Schadensbildes einer Generalsanierung. Diese wird demnächst gestartet und soll bis zum Frühjahr 2027 abgeschlossen sein.
Spenden unerlässlich in Krisensituationen
Nach der Soforthilfe unmittelbar nach dem Schadensereignis erfolgte im Frühjahr die Phase der Wiederaufbauhilfe. Vor allem dort, wo andere Mechanismen wie Versicherungen und Katastrophenfonds nicht oder nur unzureichend unterstützten und die Folgen des Hochwassers Menschen in finanzielle Notlagen brachten, konnte die Caritas gezielt helfen.
Zwei Großprojekte im Raum St. Pölten
Das vergangene Jahr war in der Caritas auch durch den Baustart von zwei Großprojekten in St. Pölten gekennzeichnet. So erfolgte der Spatenstich an der Wiener Straße 65–67 für ein gemeinsames Projekt mit dem gemeinnützigen Wohnbauträger Alpenland. Während die Alpenland am gemeinsamen Standort 36 geförderte Wohneinheiten baut, errichtet die Caritas das „Haus der Hilfe”. Neben zahlreichen Betreuungseinheiten werden hier auch die Mitarbeiter*innen der drei in St. Pölten ansässigen Bürostandorte zusammengeführt.
Auf insgesamt 5.200 Quadratmetern entsteht so ein neuer Standort nach neuesten ökologischen Gesichtspunkten, der hilfesuchenden Menschen offensteht. Finanziert wird der Neubau über vertraglich fixierte Dienstleistungen mit Land und Bund, die auch Verwaltungskomponenten beinhalten, über den Verkauf bestehender Verwaltungsstandorte und zu einem geringeren Anteil über Fremdkapital. Spendenmittel finden hier keine Verwendung. Richtung Stattersdorf, am Lilienhof, entsteht ein Wohnhaus mit Tagesstätte für 42 Menschen mit psychischer Erkrankung. Das bestehende Seminarhaus wird dabei kernsaniert und steht ab 2027 wieder für Seminare zur Verfügung.
Nachhaltig in die Zukunft
In den vergangenen Jahren wurden in der Caritas zahlreiche ökologische Investitionen getätigt. Inzwischen sind 36 Photovoltaikanlagen realisiert und die ersten Stromspeicher zur Eigenversorgung und Blackout-Prophylaxe sind in Betrieb. Die Mitarbeiter*innen der Caritas legen jährlich über zwölf Millionen gefahrene Kilometer im Dienste der Menschen zurück, über zehn Prozent davon mit E-Fahrzeugen. Diesen Anteil gilt es, in den kommenden Jahren aus ökologischen Gründen noch zu steigern. Zur Gegenfinanzierung dieser Investitionen hat die Caritas mit dem Projekt „Green Deal” ein Crowdfunding nach dem Alternativfinanzierungsgesetz (AltFG) aufgelegt und eröffnet damit privaten und institutionellen Investor*innen auch bei der Veranlagung ökologisches und soziales Engagement.
Caritas bei Robin Powerhood
Durch den Beitritt zur Bürger-Energiegemeinschaft (BEG) Robin Powerhood besteht nun für die Caritas der Diözese St. Pölten die Möglichkeit, mit PV-Anlagen erzeugten Strom, der nicht unmittelbar in der Einrichtung gebraucht wird, für andere Caritas-Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Dieser Strom kann gleichzeitig auch an bedürftige Menschen als „Stromspende” weitergereicht werden. Auch für Privatpersonen und Unternehmen besteht nun die Möglichkeit, ihren „Überstrom” an gemeinnützige Organisationen bzw. bedürftige Menschen zu spenden.
Caritas als starkes Netzwerk
Die neun diözesanen Caritasorganisationen in Österreich sind auf nationaler Ebene als Caritas Österreich verbunden. Hier erfolgen ein enger Austausch und eine inhaltliche Zusammenarbeit, um die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Die bundesweit einheitlichen Themen werden hier koordiniert, und es werden beispielsweise bei der Beschaffung, Informationstechnik und im Rechtsbereich gezielt Ressourcen eingespart. Aktuell wird auf dieser Ebene an einer Rahmenstrategie für die kommenden fünf Jahre gearbeitet. Über die Caritas Österreich sind wir wiederum auf europäischer Ebene gestaltend tätig, und auf weltweiter Ebene ist sie in der Caritas international vernetzt.
Caritas wirkt mit Partner*innen und Mitarbeiter*innen
Als Caritas verstehen wir unsere Auftraggeber*innen als Partner*innen. Diese sind vornehmlich das Land NÖ, der Bund und weitere Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie verschiedene Fördergeber*innen. Letztlich ist es den rund 2.500 Mitarbeiter*innen und etwa 1.000 Freiwilligen zu verdanken, dass wir auch 2025 die erforderliche Hilfe und Unterstützung bereitstellen konnten. Gerade in Zeiten von Krisen ist unkompliziertes und rasches Handeln entscheidend.