Ein Ort der Gemeinschaft und der sozialen Kontakte
Am 6. Oktober 2025 hat in Seitenstetten der sogenannte „Vierkanter der Gesundheit” und damit auch das erste Caritas-Tageszentrum für ältere Menschen eröffnet. „Tagsüber bestens betreut in Gemeinschaft und abends wieder im vertrauten Zuhause” – so lautet das Motto des neuen Caritas-Tageszentrums. Auch in Heidenreichstein im Waldviertel ist Ende Februar dieses Jahres ein Tageszentrum in Betrieb gegangen.
Bei einem Besuch im Caritas-Tageszentrum in Seitenstetten fallen sofort die fröhliche Stimmung und die Herzenswärme auf, die einem von den Mitarbeiter*innen und ebenso von den Tagesgästen entgegenstrahlen. Helle und mit Sonnenlicht durchflutete Räume laden zum Verweilen ein, denn es wird an diesem warmen, sonnigen Märznachmittag gerade auf der Terrasse Kaffee und Kuchen genossen. Das Caritas-Tageszentrum in Seitenstetten bietet älteren und pflegebedürftigen Menschen eine wunderbare Gelegenheit, den Tag in guter Gesellschaft zu verbringen. Es richtet sich an Senior*innen, die im Alltag Unterstützung suchen, aktiv und mobil bleiben möchten, gerne Zeit in Gemeinschaft verbringen und gleichzeitig ihre Angehörigen entlasten wollen. Hier erwartet die Gäste ein reichhaltiges Aktivierungs- und Therapieprogramm, das kreatives Gestalten, Einzel- und Gruppengespräche, Gedächtnistraining, Gesellschaftsspiele, Bewegungseinheiten, gemeinsame Mahlzeiten sowie das Feiern von Festen umfasst. Auch Ruhezeiten und spirituelle Angebote sind Teil des Programms. Ein besonderer Vorteil ist, dass die Gäste tagsüber bestens betreut sind und abends wieder in ihr vertrautes Zuhause zurückkehren können.
„Wir bieten kostenlose Schnuppertage an, um unser Angebot unverbindlich kennenlernen zu können, bevor man sich für eine regelmäßige Betreuung entscheidet. Bis zu zwanzig ältere Menschen können bei uns den Tag verbringen”, erzählt der Leiter des Caritas-Zentrums, Markus Hochbichler. Das Tageszentrum ist in einer ersten Phase Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Manche Besucher*innen kommen an allen drei Tagen, andere aber auch nur an einem Tag, so wie Ilse Ettlinger. Die rüstige 83-Jährige ist eine Besucherin der ersten Stunde. „Meine Kinder haben von dem neuen Tageszentrum in der Zeitung gelesen und gleich zu mir gesagt, das musst du dir anschauen. Dann hat es auch einen Vortrag vom Seniorenbund darüber bei uns in Waidhofen gegeben. Bei einem Schnuppertag habe ich das Tageszentrum dann ausprobiert und bin sofort geblieben”, erzählt sie begeistert.
Ein guter Start in den Tag
„Der Tag hier startet mit einem guten Frühstück und einem ausführlichen ‚Tratscherl‘. Das ist ein wunderbarer Start in den Tag”, freut sich Ilse Ettlinger. Danach gibt es ein abwechslungsreiches Aktivprogramm und nach dem Mittagessen eine Ruhephase in bequemen Lehnsesseln oder auch in einem der vier abgeschirmten Pflegebetten. Am Nachtmittag wird dann nach Kaffee und Kuchen fleißig und mit großer Begeisterung gespielt: Vom Bauernschnapsen über Fuchs und Henne, Mensch ärgere dich nicht bis hin zu UNO ist alles dabei.
„Das Altersspektrum der Besucher*innen ist bunt gemischt und reicht von 65 bis 94 Jahren. Das unterscheidet das Tageszentrum auch von einem Pflegeheim”, weiß Markus Hochbichler. „Die Pflegestufen reichen von 1 bis 4. Es gibt Besucher*innen, die noch sehr fit sind, aber auch andere, die zum Beispiel durch eine demenzielle Erkrankung schon sehr eingeschränkt sind. Und jene, die noch fitter sind, kümmern sich rührend um die nicht mehr so fitten.”
Abwechslungsreiches Programm
„Und unsere 94-Jährige ältere Dame ist noch voll fit, an der können wir uns alle ein Beispiel nehmen”, ergänzt Ilse Ettlinger. Seniorinnen und Senioren haben also im Tageszentrum die Möglichkeit, ihren Tag aktiv und abwechslungsreich zu gestalten. „Besonders gefallen hat mir, als die Volksschulkinder bei uns vor Weihnachten zu Besuch waren und gesungen haben. Und über den Besuch der zwei Therapiehunde habe ich mich auch sehr gefreut”, betont Besucherin Ilse Ettlinger. „Wenn ein Tagesgast aber einmal nicht an den gemeinsamen Aktivitäten teilnehmen möchte, bietet das Zentrum ausreichend Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten. Es soll niemand überfordert werden”, so Leiter Markus Hochbichler.
Pflegende Angehörige werden mit diesem Angebot entlastet. Sie wissen ihre zu Pflegenden im Tageszentrum in guten Händen und können tagsüber sorgenfrei anderen Verpflichtungen nachgehen. „Die Caritas-Sozialstation Urltal für Betreuen und Pflegen zu Hause ist zudem im selben Haus untergebracht sowie auch eine Gruppenpraxis für Allgemeinmedizin, um die Betreuung ganzheitlich so gut wie möglich aufzustellen”, betont Markus Hochbichler. Derzeit gibt es auch noch genügend freie Kapazitäten an allen Tagen der Woche. Der Aufenthalt wird vom Land NÖ gefördert. Der Kostenbeitrag ist einkommensabhängig und bewegt sich je nach Höhe der Pflegegeldstufe von 17 bis 38 Euro pro Tag.
Wir bieten kostenlose Schnuppertage an, um unser Angebot unverbindlich kennenlernen zu können, bevor man sich für eine regelmäßige Betreuung entscheidet. Bis zu 20 ältere Menschen können bei uns den Tag verbringen.
Markus Hochbichler, Leitung Tageszentrum
Mehr Unterstützung beim Transport
Mehr Unterstützung würde sich das Tageszentrum noch durch die Gemeinden wünschen. „Denn ein großes Thema ist der Transport und wie die älteren Menschen zu uns ins Tageszentrum kommen. Viele würden gerne kommen, haben aber keine Möglichkeit, weile es keine Fahrtendienste gibt”, weiß Markus Hochbichler und hofft, dass hier noch gemeinsam Lösungen gefunden werden.
Denn eines ist ganz sicher: „Das Tageszentrum ermöglicht alten Menschen einen erfüllten und würdigen Lebensabend, da es Gemeinschaft, soziale Kontakte und viele Aktivitäten gibt”, sagt der Leiter. „Diese Kontakte sind für die Menschen genauso wichtig wie Essen und Trinken. Also ist das Tageszentrum auch ein Weg aus der Einsamkeit und Isolation in den eigenen vier Wänden herauszukommen. Auch Besucherinnen mit Demenz zeigen hier wieder mehr Aktivität und Freude.”
„Der Kontakt zu den Menschen ist das Um und Auf”, ist Markus Hochbichler überzeugt: „Ob im Tageszentrum oder in der mobilen Pflege, ich habe diesen Beruf ergriffen, um anderen helfen zu können. Die Möglichkeit, durch Zuwendung und Begleitung positiv zu wirken, ist für mich das Schönste an meiner Arbeit. Es ist ein erfüllendes Gefühl, wenn man merkt, dass man etwas weiterbringt und den Menschen Freude schenkt.”
Zahlen und Fakten
-
20 ältere Menschen können im Tageszentrum Seitenstetten betreut werden.
-
14 ältere Menschen können im Tageszentrum Heidenreichstein betreut werden.