Erste Maturaabsolvent*innen im Bildungszentrum Gaming
2020 wurde das Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe (BiGS) Gaming eröffnet und damit verbunden ein neuer Schulversuch gestartet, der erstmals eine Ausbildung in Pflege bzw. Sozialbetreuung mit Matura verband. Im Juni 2025 konnten nun die ersten Absolventinnen und Absolventen der Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege (HLSP) ihre Maturazeugnisse feierlich entgegennehmen.
In enger Kooperation mit dem Land Niederösterreich hat die Caritas der Diözese St. Pölten vor fünf Jahren den Schulstandort Gaming als Schulträger übernommen und bietet seitdem die fünfjährige Höhere Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege in Kooperation mit der NÖ Landesgesundheitsagentur und im Speziellen dem Bildungscampus Mostviertel an.
Nach dem erfolgreichen ersten Maturaball im September 2024 konnten die ersten Maturantinnen und Maturanten die Reifeprüfung und wahlweise die Berufsausbildung Pflegefachassistenz oder Diplom-Sozialbetreuung Familienarbeit erfolgreich abschließen. Die feierliche Überreichung der Diplomprüfungszeugnisse fand am 18. Juni 2025 im Veranstaltungssaal des BiGS Gaming statt. Direktorin Barbara Heigl konnte dazu wichtige Förderer und Kooperationspartner*innen der ersten Stunde wie Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Bildungsdirektor Karl Fritthum, LAbg. Anton Erber, Susanne Gröschel von der Landesgesundheitsagentur, Direktorin Manuela Mayer vom Bildungscampus Mostviertel und viele weitere Ehrengäste begrüßen.
Die Vision wird Wirklichkeit
„Vor fünf Jahren sind wir gemeinsam aufgebrochen mit einer Idee, mit einer Vision und mit viel Mut: Gemeinsam mit der NÖ Landesgesundheitsagentur, aber allen voran unserem Kooperationspartner, dem Bildungscampus Mostviertel, haben wir begonnen, eine neue Schulform umzusetzen, und damit eine Reise angetreten, die wir in dieser Form noch nicht gemacht haben”, erinnert sich Direktorin Barbara Heigl. „Das Ziel war klar: Matura und die beiden Schwerpunkte Pflegefachassistenz und Diplom-Sozialbetreuung Familienarbeit. Und wie jeder Weg war auch dieservoller Herausforderungen, voller Wendungen und manchmal voller Zweifel. Trotzdem konnten uns der manchmal plötzlich auftretende, unangekündigte hohe Seegang und die starken Stürme nicht von unserem Ziel abbringen. Fünf Jahre später dürfen wir stolz sagen: Es hat sich gelohnt”, so Direktorin Barbara Heigl.
Ich bin sehr froh, dass ich in die neue Caritas-Schule in Gaming gehen durfte. Diese Schule war für meinen Traumberuf am besten geeignet, da ich im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung arbeiten möchte. In der HLSP wird man perfekt auf die Matura und den Umgang mit Menschen vorbereitet.
Nina Spielbichler
Zwanzig Pionierinnen und Pioniere gestalten die Zukunft
Insgesamt zwanzig Schülerinnen und Schüler haben die Matura erfolgreich abgeschlossen. „Unsere Absolventinnen und Absolventen haben sich auf diese Reise eingelassen. Sie mussten immer wieder flexibel sein und Veränderungen mitgetragen. Somit haben sie auch Strukturen mitgestaltet und Lösungen mitentwickelt”, betont Barbara Heigl. „Sie sind die Pionierinnen und Pioniere dieser Schulform und das kann ihnen niemand nehmen. Sie haben nicht nur eine Ausbildung zur Pflegefachassistenz oder Diplom-Sozialbetreuung für Familienarbeit durchlaufen, sie haben gleichzeitig auch die Matura abgelegt. Es ist dies ein doppelter Abschluss und ein doppelter Erfolg, ein historischer Moment für die Absolventinnen und Absolventen, aber auch für unsere Schule und unsere Bildungslandschaft”, freut sich die Direktorin.
Stimmen zweier Absolventinnen: Stolz und Dankbarkeit
„Ich bin sehr froh, dass ich in die neue Caritas-Schule in Gaming gehen durfte”, erzählt Nina Spielbichler, Maturantin der HLSP. „Diese Schule war für meinen Traumberuf am besten geeignet, da ich im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung arbeiten möchte. In der HLSP wird man perfekt auf die Matura und den Umgang mit Menschen vorbereitet.” Und Absolventinnenkollegin Juliana Poiß ergänzt: „Mir hat die Schule sehr gut gefallen. Ich hatte am Anfang Angst, dass ich mich nicht gut einbringen kann oder dass ich keine Freunde finde, aber dann hat sich mit unserem gemeinsamen Maturaziel eine sehr gute Klassengemeinschaft gebildet.”
Eine Investition in die Zukunft: Brücke zwischen Bildung und Praxis
Bettina Hanke, Leiterin Personal- und Organisationsentwicklung sowie Schulen der Caritas St. Pölten, unterstreicht die Wichtigkeit dieser Ausbildung: „Die Höhere Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung eröffnet Absolventinnen und Absolventen mit fantastischen Möglichkeiten den direkten Berufseinstieg oder spannende Aus- und Weiterbildungen. Diese Schule investiert in die Zukunft und schlägt eine wichtige Brücke zwischen Ausbildung und beruflicher Praxis. Sie verbindet schulische Bildung erfolgreich mit der wertvollen Arbeit der Caritas und ist somit ein Gewinn für alle.”
Der Erfolg dieser innovativen Schulform wurde auch dadurch bestätigt, dass der Schulversuch der Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege (HLSP) bereits 2023 als Höhere Lehranstalt für Pflege und Sozialbetreuung (HLPS) in das Regelschulwesen übernommen wurde.
Neben der HLPS bietet das BiGS Gaming auch eine zweijährige Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) ab dem vollendeten 17. Lebensjahr, sowie eine dreijährige Fachschule für Sozialberufe (FSB) an.
„Am Schulstandort in Gaming gibt es auch die Möglichkeit, im direkt angeschlossenen Internat zu wohnen. Das Ausbildungsangebot unserer Schule steht daher nicht nur für Jugendliche aus der Region, sondern auch interessierten Schülerinnen und Schülern weit über die Bezirksgrenzen hinaus zur Verfügung”, so Direktorin Barbara Heigl, die mithilfe des BiGS Gaming „Netzwerke der sozialen und pflegerischen Kompetenz und der gelebten Nächstenliebe” aufbauen möchte.
Die Caritas der Diözese St. Pölten führt zudem auch das Caritas-Bildungszentrum in der Parkpromenade in St. Pölten.